Prolog und Anreise Oslo

Nun ja. Nach sechs langen Monaten des Nicht-Reisens zieht es uns wieder in die Welt.
Dieses Mal in den Westen der USA. Nach unzähligen Besuchen – es dürften wohl 35 bis 40 gewesen sein – gilt das Land für uns eigentlich als erforscht. Ja, es gibt sicher noch ein paar Steine, unter die wir noch nicht geschaut haben, aber damit können wir leben.
Wäre da nicht unser Sohn, der inzwischen in einem dieser „Flyover States“ lebt und uns eingeladen hat, gemeinsam den fünften Geburtstag unserer Enkelin zu feiern.
Da liegt es natürlich nahe, die Gelegenheit für eine kleine Revival-Tour zu nutzen.
Eine Reise, die nichts wirklich Neues bringt. Eine für die wir uns kaum vorbereiten.
Eine völlig entspannte Tour zu Orten, die wir immer wieder gern besuchen.

Der eigentlich angedachte Start Mitte September muss wegen meiner OP im August erst einmal abgesagt werden. Mein Neurochirurg denkt Ende August nicht einmal daran, mir für September ein Go zu geben. Wir dürfen frühestens im Oktober starten. Also stornieren wir die Meilenflüge ersatzlos.
Wir warten dennoch meinen Genesungsfortschritt etwas ab. Und es geht gut voran.
Einen Monat vor Abflug gibt es natürlich keine Schnäppchen mehr. Ich muss alle Register ziehen, um einen bezahlbaren Business-Class-Flug mit der LH zu finden. Deshalb startet die Reise – wieder einmal – in Oslo. Zum dritten Mal.
Soweit, so gut.

Die Buchung des kurzen Fluges nach Oslo schiebe ich allerdings vor mir her. Unter anderem auch zur Sicherheit. Denn stornierbare Flüge mit Norvegian sind keine Schnäppchen. Anderthalb Wochen vor dem Termin wird der BER Opfer einer Cyberattacke und uns wird ganz mulmig bei dem Gedanken, Oslo vielleicht gar nicht rechtzeitig zu erreichen. Also fliegen wir zwei Tage früher. Das Rentnerdasein hat eben auch Vorteile.

Los geht's

Viertel nach Elf verlassen wir unseren Hof.
Wie immer leihen wir uns für die Fahrt zum Flughafen ein Auto von Miles aus. Das ist für uns eine absolut praktische Lösung. Denn die Autos stehen meist in einer guten Auswahl in einer Nebenstraße nur wenige Schritte von uns entfernt.
Punkt Zwölf erreichen wir den Flughafen. Rainer setzt mich mit den Koffern ab und bringt das Auto zum Parkplatz von Miles zurück.

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Eine Dreiviertelstunde später erreichen wir den Haupteingang des Flughafens.
Ich werde mit dem Gepäck abgesetzt, während Rainer den Mietwagen wegbringt.

Am BER soll eigentlich seit Tagen schon alles wieder laufen. So steht es jedenfalls in den Medien.
Aber das stimmt nur zum Teil. Der Online-Check-in funktioniert nämlich nicht.
Beim Abgeben der Koffer folgt das nächste Problem: Einer ist drei Kilo zu schwer. Ja und? So ist es eben. Dann bezahlen wir eben einen Aufschlag.
Aber genau das ist das Problem. Man kann uns gar nicht abkassieren. Ein freundlicher Mitarbeiter der WISAG schickt uns mehrere Runden um den Kios. Erst zum anderen Mitarbeiter, der das managen soll. Aber auch er kann das nicht. Dann sollen wir wieder an den ersten Counter. Verrückt. Am Ende wird schließlich eine Lösung gefunden: Der Obolus entfällt.
Natürlich nicht ohne den wichtigen Hinweis, dass wir beim nächsten Mal die Gepäckregelung bitte einhalten sollen.

Anschließend geht's zum Terminal 2 wo die Low-Budgets am BER starten.
Traditionell stoßen wir hier auf den bevorstehenden Flug und die Reise an.

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Am Gate begegnen wir wieder diesem Herrn vom Check-in. Hier werden normalerweise die Bordkarten gescannt. Dank Cyberattake funktioniert hier nix automatisch. Jeder Passagier wird einzeln auf einer analogen Liste mit Stift abgehakt. Der Typ hat mich offensichtlich "auf dem Kiecker". Denn auch hier kann er es sich nicht verkneifen, mich darauf hinzuweisen, dass ich zu viel Gepäck habe. Nämlich einen Bordkoffer, eine Tasche mit empfindlichen Geschenken, die ich nicht in den Koffer packen wollte, und eine flache Crossover-Tasche mit Brille und Co. Die sei zu viel! Ok. 🙄
Im Nachhinein werde ich sagen: Hätte er doch lieber seine Arbeit sorgsamer gemacht, als immer an mir rumzunörgeln.

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Das Bording passiert fix. Und eigentlich könnte die Maschine von Norwegian ja pünktlich starten. Doch das Boarding kann nicht „completed“ werden. Die Flugbegleiter gehen abwechselnd durch die Reihen und zählen die Passagiere. Denn die Zahl der im Flugzeug sitzenden Passagiere stimmt nicht mit der auf der Liste überein. Eine Mitarbeiterin vom Bodenpersonal flitzt hin und her. Da scheint's am Ende nur eine Lösung zu geben: Der Pass und das Ticket eines jeden Passagiers muss einzeln kontrollierte werden.
Der freundliche Hinweiser und Besserwisser vom Gate zieht nun mit seiner Kollegin durch den Gang, um seinen Fehler zu finden. Glücklicherweise wird der „Zuviel-Passagier“ schon in Reihe 8 entdeckt. So kann es "schon" nach dreißig Minuten losgehen.

Tschö Berlin! Tschö kalte und regnerische 10°C.

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Der Flug nach Oslo verläuft angenehm und ruhig. Smooth - als würde man auf der Couch zu Hause sitzen. Leider ganz ohne Sicht. Die geschlossene Wolkendecke lässt keinen Blick auf die Landschaft zu.

Der Flughafen Oslo-Gardermoen mit dem Flair eines Wohnzimmers gefällt uns immer wieder. Wir kennen keinen anderen Flughafen, wo der Boden mit hellem Parkett ausgelegt ist. Das strahlt eine ungemein gemütliche Atmosphäre aus.
Nur am Kofferband zeigt der schöne Airport seine Schwächen: Das Warten dauert hier noch länger als am BER. Und das will schon etwas heißen.

Aber wir haben ja Zeit und sind entspannt.
Irgendwann trudeln auch unsere Koffer ein, und es soll zum Hotel gehen.

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Praktischerweise gibt es am Oslo-Gardermoen zwei Hotels. Das Radisson Blu und Radisson Red. Beide befinden sich am jeweils entgegengesetztem des Flughafens und sind fußläufig erreichbar.
Im Februar 2025, auf dem Weg nach BKK, haben wir im Radisson Red übernachtet. Dieses Jahr nächtigen wir preiswerter im Radisson Blu. Klingt einfach. Leider bringen wir dann etwas durcheinander: Anstatt zum Radisson Blu zu gehen, fragen wir (zur Sicherheit) nach dem Weg zum Radisson Red !
Dass da etwas nicht stimmt, merken wir tatsächlich erst beim Self-Checkin im Radisson Red.
So kommen wir an einem Flugtag schon mal auf viele tausend Schritte 😉
Doch ab jetzt wird alles gut.

Radisson Blu Hotel - Oslo-Gardermoen

Das Radisson Blu ist mit einem direkt über einen etwa fünf Minuten langen überdachten Fußweg mit dem Terminal verbunden. Direkt gegenüber vom Haupteingang des Hotels befindet sich der Zugang zur Bahnstation. Hier startet der Flytoget Airport Express Train.
Wir wohnen also ideal für unser Vorhaben der nächsten zwei Tage.

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Beim Einchecken stellt man fest, dass ich VIP-Member bei RH bin – ach wirklich? Wusste ich gar nicht.
Jedenfalls bekommen wir ein Upgrade des Zimmers und tägliches kostenloses Frühstück dazu.
Nehmen wir gern! Ach ja, und obendrein gibt es noch 15 % Rabatt im Restaurant.
Läuft.

Das Zimmer hat alles was es braucht. Sogar eine Nespresso Maschine.
Das Upgrade bezieht sich wahrscheinlich auf den Blick gen Start- und Landebahn. Die schallisolierten Doppelfenster lassen kein lästiges Geräusch vom Starten durch. Allerdings ist Oslo-Gardermoen auch nicht der stark fluktuierte Frankfurter Flughafen. So können wir auch einen Teil der Nacht mit offenem Fenster schlafen.

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Viel passiert heute nicht mehr.
Wir ruhen uns vom Reisen aus und speisen ganz nett im Hotelrestaurant.
Hier kommen wir mit einem Paar aus Norwegen ins Gespräch, die morgen üben Parais nach Vietnam fliegen. Ganz klar, dass wir, die gerade im Frühjahr Vietnam bereist haben, interessiert sind was andere so erleben. Und leider nehmen sie uns auch die Hoffnung morgen Oslo bei schönem Wetter zu erleben. Denn noch hat sich Amy, der Sturm der viel Unruhe gebracht hat, nicht ganz verzogen. Das Schlechtwetter bleibt uns also morgen noch erhalten.

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So geht es weiter

Morgen schauen wir uns in Oslo um. Eigentlich habe ich mehrere Attraktionen rausgesucht, die wir im Februar 2024 aufgrund mangelnder Zeit nicht sehen konnten. Glücklicherweise sind auch ein paar Innenaktivitäten dabei. Denn die Sonne wird sich nicht blicken lassen.