Chongqing - Die vertikale Megacity

14.–19. Apr. in China ⋅ ☀️ 26 °C

Die Zugfahrt von Chengdu nach Chongqing dauert mit einem G-Zug nur 1:31 Stunden.
Gleich nach der Ankunft buchen wir ein Didi-Taxi. Ein Komfortables.
Erstaunt bin ich wieder einmal über die Größe des Displays in der Armatur des Fahrers. Unglaublich. Das ist etwa drei Mal so groß wie in unserem neuen Auto.
Natürlich ist es ein E-Auto. Und natürlich ist es wieder mit superbequemen Sesseln ausgestattet.

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Chongqing begrüßt uns mit bedecktem Himmel. Aber es ist sehr warm.
Eine halbe Fahrstunde später spuckt uns das Taxi am Fuße des 50-Stöckers aus.

Für die nächsten Tage haben wir uns im Maiyue Hotel einquartiert. Das liegt im Herzen des Yuzhong Districts und damit in bester Lage, um Chongqing zu Fuß zu erkunden.
Vom Hotel sind es nur wenige Minuten bis zum Chaotianmen Square, zur berühmten Hongyadong und zur Fußgängerzone von Jiefangbei. So können wir die riesige Millionenmetropole bequem erkunden.

Das Hotel selbst ist in einem vertikalen Konglomerat aus Hotels. Alle teilen sich den gleichen Tower, dem modernen Guangkong Chaotianmen Center. Dass gleich mehrere Hotels in einem Haus untergebracht sind, ist ein Konzept, das man in China häufiger findet.
Die Zimmer des Maiyue verteilen sich auf die Etagen 44 bis 49.

Die Lobby des Hotels Maiyue befindet sich in der 44.Etage. Und die ist wieder einmal imposant, riesig und sehr spacig.

Maiyue Hotel Chongqing,China2026,born4travel.de

Der Check-in entwickelt sich zu einer kleinen Geduldsprobe.
Wir haben ein Zimmer mit 270-Grad-Ausblick gebucht. Was wir bekommen: Ein ganz normales Eckzimmer.
Wir erklären freundlich, dass wir unter „270 Grad“ eigentlich einen Blick in drei Richtungen verstehen. Man nickt – und bringt uns… in exakt dasselbe Zimmer, nur eine Etage höher. Hm 🤔
Ich rufe die Bilder von Trip.com auf. Darauf zu sehen ist nicht nur das imposante Raffles City Chongqing, sondern auch der spektakuläre Zusammenfluss von Jialing River und Yangtze. Genau das wollen wir sehen.
Endlich versteht man uns. Wir werden in die 49.Etage gebracht. Höher geht es übrigens nicht.
Ein weiteres Eckzimmer mit bodentiefen Fenstern wird uns gezeigt. Es sei aber ein „Family Room“ heisst es.
Ja das ist uns egal, wie man es nennt. Das nehmen wir!
Auch wenn es etwas kleiner zu sein scheint. Uns ist die Aussicht wichtig.

Maiyue Hotel Chongqing,China2026,born4travel.de
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Nun haben wir wieder dazugelernt: Ein Zimmer mit einer 270-Grad-Aussicht kann auch ein schnödes Eckzimmer sein. Aber das Thema ist noch nicht beendet. Wir sollen die Reservierung stornieren und neu buchen.
Warum - das kann keiner sachlich erklären. Aber das „englischsprachige Personal“ - wie es immer so schön heißt - ist nicht wirklich englischsprachig. Man verwendet einfach einen Übersetzter. Und der ist nicht immer fähig das auszudrücken, wie es ein Mensch könnte.
Da meldet sich diesbezüglich prompt Trip.com bei mir. Per Chat. Wir erklären, dass uns bei Umbuchungen Gebühren entstehen und wir deshalb nicht stornieren werden. Für die „gesamten Unannehmlichkeiten“ entschuldigt man sich mit Points auf dem Trip-Konto im Wert von etwa 32€.
Nun. Welche Unannehmlichkeiten man genau meint, wissen wir letztendlich nicht.
Wir sind vollauf zufrieden. Die Aussicht ist mega 😎

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Es bleibt dabei - die Sicht ist genial. Ein Teil ist nicht ganz unverbaut.
Denn gegenüber „stört“ ein wenig wohl das markanteste Gebäude Chongqings.
Das Raffles City.

Den Namen kennen wir ja schon aus Singapore.
Tatsächlich hat dieses gigantische Bauwerk das genau an der Spitze der Landzunge steht, einen direkten Bezug zu dem in Singapore. Raffles City ist nämlich die Marke des singapurischen Immobilienkonzerns CapitaLand. Das erste Raffles City entstand dort schon 1986. Inzwischen gibt es das Konzept auch in anderen asiatischen Metropolen.

Raffles City Chongqing

Raffles City Chongqing befindet sich am Zusammenfluss von Yangtze und Jialing. Es ist aus meiner Sicht das spektakulärste Bauwerke Chongqings: Raffles City. Der riesige Gebäudekomplex besteht aus acht Türmen, die bis zu 250 Meter hoch sind. Vier davon werden in luftiger Höhe durch eine rund 300 Meter lange gläserne Brücke miteinander verbunden.

Diese Konstruktion trägt den Namen „The Crystal“ und schwebt rund 250 Meter über dem Boden.

Raffles City ist aber nicht einfach nur ein Hochhauskomplex. Auf einer Fläche von rund 1,1 Millionen Quadratmetern befinden sich 1.400 Wohnungen, verteilt auf fünf Wohntürme: Jialing One, Jialing Two, Yangtze One, Yangtze Two und ONE ALTITUDE sowie Büros, Geschäfte und Restaurants. Auch zwei Hotels. Zum einen das InterContinental mit 380 Zimmern und Suiten und das Serviced-Apartment-Hotel Ascott Raffles City Chongqing mit 201 Apartments.
Eigentlich ist es eine Stadt in der Stadt.

Übrigens gehört Raffles City Chongqing zu den größten gemischt genutzten Gebäudekomplexen der Welt. Die Fläche entspricht ungefähr der Fläche von 150 Fußballfeldern.

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About Chongqing

Die flächenmäßig größte Stadt der Welt habe ich mir direkt nach einer ZDF-Dokumentation über Megacities in Google Maps gespeichert.
Damals, also 2022, war von einer mehrwöchigen Reise durch China noch überhaupt keine Rede. Es gab einfach nur einen kleinen Marker auf der Karte. Nach dem Motto: Wenn wir irgendwann einmal in der Nähe sein sollten, schauen wir uns das an.
Dass daraus nur wenige Jahre später tatsächlich ein Besuch in Chongqing werden würde, hätten wir damals wohl selbst nicht gedacht.

Und nun sind wir hier.

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Es heisst: Chongqing (ausgesprochen: Tschongtsching) gehört zu den faszinierendsten Städten Chinas.
Die Megacity liegt im Südwesten des Landes am Zusammenfluss von Yangtze und Jialing River und gilt als das wirtschaftliche Zentrum Westchinas.

Ihre Geschichte reicht mehr als 3.000 Jahre zurück. Bereits während der Qin-Dynastie spielte die Stadt eine wichtige Rolle. Während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges (1937–1945), als Chongqing zeitweise die Hauptstadt Chinas war, wurde sie wegen ihrer strategischen Bedeutung immer wieder bombardiert.

Heute ist Chongqing eine der vier regierungsunmittelbaren Städte Chinas und damit administrativ einer Provinz gleichgestellt. Das Verwaltungsgebiet umfasst rund 82.400 Quadratkilometer. Eine Fläche, die fast so groß ist wie Österreich. Allerdings - das sollte man nicht außer Acht lassen - besteht ein Großteil davon aus ländlichen Regionen, Bergen und kleineren Städten.

Insgesamt leben im Verwaltungsgebiet rund 32 Millionen Menschen.
Das eigentliche Stadtzentrum ist aber deutlich kleiner und zählt "nur" etwa 9 bis 10 Millionen Einwohner. Damit gehört Chongqing zu den größten Metropolregionen der Welt.

Nur mal zur Verdeutlichung wie groß doch dieses Gebiet, das sich Chongqing nennt, ist.

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Charakteristisch sind die steilen Hügel, die unzähligen Hochhäuser und die vielen Brücken, die über die beiden großen Flüsse die Stadtbezirke verbinden. Wegen der dichten Bebauung und der spektakulären Topografie wird Chongqing oft als "Mountain City", also Bergstadt, bezeichnet.
Wenn man das Klima für die beste Reisezeit betrachtet, so ist die Zeit zwischen Herbst bis Frühjahr, also von Oktober bis April/Mai ideal. Im Sommer sollte man wegen des feuchtwarmen Klimas, den Niederschlagsmengen von 1.000 bis 1.200mm sowie alljährlichen Überschwemmungen und Sturzfluten im ländlichen Gebiet um Chongqing einen Bogen machen.


Den restlichen Tag erkunden wir bei einer ersten Stippvisite unsere nahe Umgebung.
Die erweist sich sogar als das Zentrum der Megacity. Wir sind wieder einmal begeistert von dem, was wir so sehen.

Zuerst gehts vorbei an der Dongshuimen Bridge.
Sie überspannt den Yangtze und verbindet den Stadtbezirk Yuzhong mit dem gegenüberliegenden Stadtteil Nan’an.
Eröffnet wurde die 900 Meter lange Konstruktion im Jahr 2014.

Besonders interessant: Die Dongshuimen Bridge ist nicht nur für den Straßenverkehr gebaut. Unterhalb der Fahrbahn fährt auch die Metro. Zwei völlig unterschiedliche Verkehrsmittel teilen sich hier also eine Brücke.

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Die Raffles City Chongqing ist ein Bauwerk, das man definitiv nicht übersehen kann.
Für uns ist es ein prima Orientierungspunkt. Wir können hier also nicht verloren gehen. Denn unser Hotel befindet sich genau gegenüber.

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Natürlich habe ich schon während der Zugfahrt auf dem Weg hierher ein paar Marker in der A-Map-App gesetzt. Auf dem Spazierweg nämlich befindet sich schon mal das erste Highlight, ein historischer Tempel.

Luohan Temple

Bilder vom fast ein Tausend Jahre alten buddhistischen Luohan Temple habe ich bei Instagram entdeckt.
Fasziniert hat mich vor allem die Lage: So mittendrin, erdrückend eingequetscht von Hochhäusern, ist dieses Schmuckstück dennoch schön anzusehen. Es ist schon ein extremer Kontrast.
Das Wort „Luohan“ hat eine Bedeutung. Es steht im Chinesischen für einen Arhat. So nennt man den erleuchteten buddhistischen Schüler.

Leider ist er jetzt am frühen Abend schon geschlossen.

Die in den Fels gehauenen Buddhafiguren und Bodhisattvas können wir heute also nicht sehen.
Wir kommen dann zwei Tage später nochmals her. Aber sein Bekanntheitsgrad ist so hoch, dass sich lange Schlangen am Eingang bilden. Und darauf haben wir so gar keine Lust.

Luohan-Tempel,Chongqing,China2026,born4travel.de
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Die Stadt, die praktisch auf einen Berghang gebaut wurde, hat so ihre Tücken.
Es gilt ständig irgendwelche Steigungen zu bewältigen und Treppen auf- und abzulaufen.
Was uns aber gleich auffällt, ist, dass es hier zusätzlich so viele Rolltreppen gibt wie bisher nirgendwo auf unserer Reise.
Da machen wir auch gern mal einen kleinen Umweg, um uns den ein oder anderen Treppenaufgang zu sparen.

Wir lassen uns treiben und so führt uns unser weiterer, etwas planloser Spaziergang vorbei an vielen, immer enger werdenden Gassen. Die Richtung gen Norden ist alles, was uns wichtig ist.
In einer Gasse geht es dann gefühlt zig Etagen nach unten, um auf Flussebene zu gelangen.
Entlang des Weges stehen Fressbuden mit allerlei Speisen. Aber noch interessanter ist es, den Menschen zuzuschauen.

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Unten angekommen stehen wir rechts vom Hóngyá Dòng (Hongya Cave). Der Name 'Cave' täuscht. Es handelt sich nicht um eine Höhle in dem Sinn wie wir es verstehen. Dòng bedeutet zwar wörtlich „Höhle“, steht hier aber im örtlichen Zusammenhang.
Früher standen an diesem Ort Wohnhäuser in traditioneller Pfahlbauweise, die sogenannten Diaojiaolou. Sie wurden direkt an den steilen Hang zwischen Felswand und Fluss gebaut. In den 1920er- und 1930er-Jahren wuchs dort eine dicht bewohnte Siedlung, die durch die nahegelegenen Flusshäfen zum wichtigen Handelsviertel wurde. Nachdem die Bedeutung der Häfen zurückging, verfiel die Siedlung zunehmend und die Häuser wurden baufällig bis sie 2003 abgerissen wurden.
2006 wurde der neue Komplex eröffnet, dessen Architektur sich am Bau der alten Stelzenbauten orientierte. Über elf Etagen verteilen sich die Häuser, die aussehen wie übereinander gestapelt. Das Gebiet beherbergt unzählige Restaurants, die den berühmten Hot Pot auf der Speisekarte haben, und Shops mit den "besten Souvenirs". Eine Touri-Hölle eben.
Zum eigentlichen Highlight wird es am Abend, wenn der beleuchtete Komplex zum Fotomotiv wird.
Auf den touristischen Overkill haben wir keine Lust. Hier sind Himmel und Menschen unterwegs. Wir machen rund herum ein paar Aufnahmen und kämpfen uns durch die Massen Richtung Qiansimen-Bridge.

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Qiansimen Bridge,Chongqing,China2026,born4travel.de

Qiansimen Bridge

Die Qiansimen Bridge überspannt den Jialing River und verbindet Yuzhong mit dem gegenüberliegenden Stadtbezirk Jiangbei. Etwa 720 Meter lange ist die Brücke, wurde 2018 eröffnet und fällt vor allem durch ihre beiden großen roten Stahlbögen auf.
Wie so vieles in Chongqing ist auch sie mehr als nur eine Brücke. Auf der oberen Ebene rollt der Straßenverkehr, darunter fährt die Metro der Linie 6. Wieder: Zwei Verkehrssysteme also auf einer einzigen Brücke.

Die Brücke ist gut befahren. Aber es gibt beidseits eine Spur für Fußgänger.
Ich werde nicht müde, auch an dieser Stelle zu erwähnen, dass man trotz der anfänglichen Enge auf dem Fußweg niemals Angst um sein Hab und Gut haben muss. Niemand kommt einem zu nahe.
Es ist einfach ein entspanntes Gefühl, wenn man die Aussicht genießen kann, ohne seine Wertsachen wie ein Schießhund bewachen zu müssen.

Qiansimen Bridge,Chongqing,China2026,born4travel.de
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Der wirklich unverstellte Blick gen Ostern: Das Raffles Building

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Wir haben unseren besten Platz rechtzeitig erreicht.
Von der gegenüberliegenden Seite schauen wir gen Westen. wo die Sonne gerade untergeht.
Die Brücke ist übrigens der ideale Ort, um die Hongya Cave abzulichten.

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Auf dem Rückweg essen wir in einem sehr einfachen Nudelrestaurant. Hier, wo auch Einheimische essen, kann es nur gut sein. Allerdings befinden wir uns immer noch im eigentlichen Sichuan (Chongqing wurde erst 1997 zur unabhängigen Gemeinde). Aber die Küche ist ja die gleiche geblieben. Also super scharf! Deshalb müssen wir auch hier bei der Bestellung darauf hinweisen.

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Dies hier ist die Kreuzung an der Wuyi Road beim Luohan-Tempel und S95 Chao Ciyuan Center. Allein hier gibt es vier Rolltreppen, um den Straßenverkehr gar nicht erst zu stören. Die Bildschirme sind nicht ganz so highly sophisticated wie in Chengdu. Aber fast taghell ist es dennoch.
Wir sind auf der Suche nach ein paar Medi's. Noch immer oder vielleicht wieder habe ich so etwas wie einen grippalen Infekt. Die Apothekerin ist etwas aufdringlich. Sie will uns unbedingt etwas aus der chinesischen Medizin - ich sag's mal vorsichtig: - aufdrängeln. Aber irgendwie bin ich nicht ganz so überzeugt. Dann entdecke ich and er Kasse Lutschbonbons, mit den ich schon vor vielen Jahren in Tibet sehr gute Erfahrung gemacht habe. Und gut ist's.

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Die Straße, die zu unserem Hotel führt, die mussten wir erst über einen Anstieg erklimmen, um dann wieder auf fast Flussebene zu gelangen. Langweilig wird uns dabei nie.
Auf einem Platz schauen wir einer Gruppe zu, die gemeinsam Tai-Chi praktiziert. Schon irgendwie beeindruckend. Wie entspannt und fröhlich sie das machen und dann sogar noch kurz winken, als sie sehen, dass ich ein Foto machen möchte.

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Fast sind wir schon am Hotel, als wir diesem Paar zusehen, wie sie sich professionell ablichten lassen.
An solche Fotoshootings haben wir uns inzwischen längst gewöhnt. Und wir haben gelernt: Bloß nicht schnell vorbeigehen, um die beiden nicht zu stören. Im Gegenteil. Wer stehen bleibt und zuschaut, macht ihnen damit eher eine Freude.

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Eigentlich müsste meine persönliche Festplatte im Hirn längst hoffnungslos überfüllt sein. Aber Chongqing hat mich einfach geflashed.
Und so ist es eigentlich völlig verrückt, dass ich in diesem halben Tag unseres Aufenthaltes tatsächlich schon mehr als 200 Fotos geschossen habe. Mehr als 200! Und das war noch lange nicht das Ende. Denn bei diesem Wahnsinnsausblick durch die komplett verglasten Fensterfronten kann ich das Handy einfach nicht weglegen. Jeder Blick schreit förmlich nach dem nächsten Foto!

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Das ist der ganz steile Blick nach unten:

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Fünf Nächte sind gebucht. Das heißt wir haben vier volle Tage zur Verfügung.
Leider wache ich am nächsten Morgen mit einem schönen fetten grippalen Infekt auf. Anderthalb Tage verbringe ich vollkommen schlapp und praktisch die Tage verschlafend im Bett. Rainer besorgt neue Medikamente und erkundet ein wenig die andere Seite der Stadt. Die, die nicht ganz so instagrammable ist.

Und so wage ich erst am späten Nachmittag des zweiten Tages noch eine kleine Runde, damit mein Kreislauf wieder in Schwung kommt. Die Impressionen nehmen kein Ende.
Aus der „kleinen Runde“ werden am Ende gut fünf Kilometer. Natürlich immer schön die Hügel hoch und wieder runter.

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Hier die typische Haltung eines Chinesen...

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... und auch einmal ausruhen muss sein 😉

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Chongqing gilt nicht umsonst als Bergstadt. Ein bisschen wie Portofino, wo die Häuser am Hang kleben.
Nur wird das Konzept einfach weiter gedacht:
Der Bergkamm bildet so etwas wie die Basis. Und alles, was darunter liegt, wird architektonisch „aufgefüllt“:
Man nimmt die Höhendifferenz und setzt einfach noch die ganz normale chinesische Hochhaus-Höhe obendrauf.

Klingt abstrakt? Ist es auch.

Kuixinglou Building

Wir machen uns auf den Weg zum Kuixing Gebäudekomplex. Verschiedene Zugänge auf unterschiedlichen Geländeniveaus sind hier gleichzeitig zu sehen. Dies ist ja das Sinnbild für Chongqings außergewöhnliche Topografie.

Wir erreichen die große Freifläche, die wie ein gewöhnlicher Platz wirkt, auf ebenerdigem Niveau. Hier herrscht normales Alltagsleben.

Kuixinglou Building,Chongqing,China2026,born4travel.de
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Was nicht gleich zu sehen ist: Dieser Platz ist gleichzeitig das Dach eines mehrstöckigen Gebäudes.
Das sehen wir am anderen Ende des Platzes. Als wir über eine kurze Brücke gehen eröffnet sich unter uns eine Schlucht, die 22.Etagen in die Tiefe reicht.
Und das total Absurde: Dort unten haben die Gebäude noch längst nicht ihre volle Höhe erreicht.

Kuixinglou Building,Chongqing,China2026,born4travel.de
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Unweigerlich schießt mir nun eine Frage durch den Kopf: Gibt es hier eigentlich Erdbeben?
Ja, die gibt es. Leichte Erdbeben sind hier gar nicht so selten. Meist in einer Stärke von etwa 3 bis 4. Chongqing verfügt allerdings über ein modernes Erdbebenwarnsystem, und die Hochhäuser der Stadt sind grundsätzlich auf Erdbeben der Stärke 6 bis 7 ausgelegt. Klingt beruhigend. Zumindest ein bisschen. 😉

Es ist schon beeindruckend, wie Menschen Städte bauen. Diese gewaltigen Höhenunterschiede auf diese Art auszugleichen – so etwas haben wir tatsächlich noch nie gesehen. Wie man hier von A nach B kommt, bleibt jedem selbst überlassen. Zum Glück gibt es jede Menge Rolltreppen.
Die Cleveren – also wir 😉 – nehmen natürlich auch so oft wie möglich die Aufzüge in den Gebäuden.

Auf der anderen Seite der Überquerung geht es in luftiger Höhe weiter.
Hier gibt es sogar eine kleine Parkanlage für die Bewohner. Und die ist erstaunlich schön gepflegt.
Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die Uferzone der anderen Seite.
Und natürlich darf auch sie nicht fehlen: Die Qiansimen Bridge.

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Impressionen vom Rückweg:

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Zum Essengehen reicht die Kraft heute allerdings nicht mehr.
Also machen wir es wie schon gestern: Wir ordern uns etwas beim Lieferservice von Yoshinoya.
Und wenig später stehen die freundlichen Hotelangestellten mit unseren Beef Bowls vor der Tür. Bequemer geht’s eigentlich kaum.

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Am vorletzten Tag verlassen wir das Häusermeer von Chongqing und tauchen in eine ganz andere Welt ein. Wir machen einen Ausflug nach Wulong. Diese spektakuläre Karstlandschaft, die seit 2007 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, befindet sich rund 170 Kilometer südöstlich von Chongqing.


Das Wetter am letzten Tag unseres Aufenthalts könnte nicht besser sein: Dunkelblauer Himmel, Sonne und angenehme 25 Grad.
Wir beginnen den Tag ganz entspannt.
Heute will mir Rainer ein Gebiet ganz in unserer Nähe zeigen, das er vor ein paar Tagen entdeckt hat, als ich krank das Bett gehütet habe.
Es befindet sich nur wenige Gehminuten südlich von unserem Hotel.
Es handelt sich um ein riesiges Großhandelsviertel für Kleidung und Schuhe.
Aber das allein ist nicht der Grund, weshalb ich es sehen muss.
Viel spannender sind das bunte Treiben auf den Treppen und die enormen Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Straßen und Ebenen.
Genau das, für was Chongqing so charakteristisch ist und auch bekannt ist.

Chaotianmen Wholesale Market

Das Viertel trägt den Namen Chaotianmen Wholesale Market (朝天门批发市场) und gehört zu den größten Großhandelszentren Westchinas.

Es handelt sich hierbei nicht um ein einzelnes Einkaufszentrum, sondern um ein ganzes Stadt-Viertel mit zahlreichen Markthallen und Geschäftshäusern. Kleidung, Schuhe, Taschen und Accessoires werden hier in riesigen Mengen gehandelt. Viele Händler aus Chongqing und den umliegenden Provinzen kaufen ihre Ware genau hier ein.
Die meisten Geschäfte verkaufen ihre Ware eher an Händler, die größere Mengen einkaufen. Aber auch an Laufkundschaft, wie wir es sind.

Chaotianmen Wholesale Market,Chongqing,China2026,born4travel.de

Dem regen Betrieb zuzuschauen ist schon aufregend. Es ist Samstag und entsprechend ist extrem viel los.

Kartons werden auf Sackkarren, mit Mopeds oder auch mit vollem Körpereinsatz durch die engen Gassen gezogen.
Manche sortieren und verkleben ihre Waren direkt vor ihrem Kleinlaster. Mitten auf der Straße.
Bedenken, dass dabei Schmutz an den Verpackungen haften bleiben könnte, muss man ja nicht haben. Schließlich werden die Straßen nicht nur tagsüber, sondern auch nachts gereinigt. Das haben wir auf unserer bisherigen Reise durch China immer wieder beobachten können.

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Hier frage ich mich unwillkürlich, ob eines diese Pakete vielleicht an eine Boutique in Europa geht und es dann unter "Mode aus Italien" verkauft wird. Oder zu einem Händler, der bei Amazon verkauft. Die Ware sieht ja nicht anders aus, als die, die man in Deutschland kauft.

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Beim weiteren Gang durch die endlosen Gänge gefallen mir auf Anhieb so viele Kleidungsstücke. Aber ich bin mit der riesigen Auswahl schlichtweg überfordert.
Die Preise sind schockierend niedrig.
Was hier letztendlich gehandelt wird, ist preislich kaum noch ernsthaft einzuordnen.
Eine Bluse oder eine Hose wechselt hier für rund 4 € den Besitzer.
Dasselbe Teil würde ich zum Beispiel bei TK Maxx in den USA vielleicht für 19 bis 29 US-Dollar finden und mich über diesen Preis freuen. Bei H&M in Deutschland würde ich dafür vermutlich rund 44 € bezahlen. Und im „besseren Geschäft“ vermutlich noch wesentlich mehr.
Das Ganze gibt mir doch sehr zu denken.

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Wir wechseln über eine weitläufige Fläche einer Hochetage die Häuser. Der Blick aus dem geöffneten Fenster verrät, wie hoch wir ganz plötzlich sind.

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Hier befindet sich eine Art Food-Court.
Es ist ein einziges Gewusel um jeden Stand, der verschiedenste Speisen anbietet.
Dennoch läuft alles ohne Gedränge, ohne Schlangen und ohne Hektik ab.

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Wir erkunden weiter das Gebiet. Oben in einer achten Etage finden wir einen kleinen Platz. Dort bleiben wir eine Weile stehen und beobachten dieses wortlose und perfekt eingespielte System der Warenverteilung: Einer bringt die Ware und stellt sie einfach ab. Eine Frau sortiert die Tüten in entsprechender Ordnung und beschriftet sie. Irgendwann kommt wieder ein Träger und bringt die Ware zum Ziel. Ganz ohne Diskussionen. Ganz ohne Planung. Ganz ohne viel Tamtam.

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Und wieder geht es plötzlich sechs oder mehr Etagen in die Tiefe. Überall Geschäfte, ein Stand neben dem anderen. Und alles muss ständig versorgt werden. Jetzt kommt die versprochene „Fototreppe“ ins Spiel, die Rainer so begeistert hat und die er mir unbedingt zeigen will.

Hier wird Ware permanent hoch- und runtertransportiert.

Meist von Männern älteren Semesters, die die Lasten entweder händisch oder mit einer Bambusstange treppauf und treppab tragen.

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Es ist nicht nur faszinierend.
Es erklärt auch, wie eine nahezu blitzschnelle Versorgung der Händler mit fehlender Ware überhaupt funktionieren kann.

Rainer probiert sich dann auch kurz selbst als Träger – besteht den Test allerdings nur für wenige Sekunden 😉

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Zum Schluss geht es noch durch ein anderes Kaufhaus. Auch hier bieten Großhändler ihre Ware an. Und wieder staunen wir über die schier unglaublichen Mengen an Kleidung, die hier auf Käufer warten. Ganze Berge von Hosen, Shirts und Blusen. Und das alles zu Preisen, bei denen man zweimal hinschauen muss.

Irgendwann werde natürlich auch ich schwach und kaufe mir eine Sommerhose. Umgerechnet kostet sie gerade einmal 4 Euro.
Da stellt sich gar nicht die Frage ob man bei 4 Euro überhaupt noch etwas falsch machen kann 😉

Und dann gibt es da noch diese kleinen Momentaufnahmen, die man eigentlich gar nicht gesucht hat. Männer sitzen auf den Stufen, plaudern, warten oder schauen einfach dem Treiben zu. Gleich daneben türmen sich Schuhe und Kindersandalen in allen Farben und Formen.

Und mittendrin? Die nächste Generation.
Während die Erwachsenen shoppen, haben die Kleinen offenbar ihr ganz eigenes Programm. Ein Stück Obst in der Hand, das Smartphone vor der Nase und die Welt um sie herum kann für einen Moment ruhig weiterlaufen.

Irgendwie typisch China: Tradition und Moderne liegen hier nicht nur nebeneinander. Nein, manchmal sitzen sie sogar direkt auf derselben Treppenstufe. 😉

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Den restlichen Tag lassen wir uns durch die Straßen westlich unseres Hotels treiben. Hier ist sie wieder, die andere Seite von Chongqing: Glitzerwelt, schicke Geschäfte und Hochhäuser, die scheinbar endlos in den Himmel wachsen. Und dazwischen ganz normales chinesisches Alltagsleben. Genau dieser Mix gefällt uns.

Dieses markante rote Gebäude ist das Guotai Arts Center, besser bekannt als Chongqing Art Museum. Bei dieser auffälligen Architektur braucht es eigentlich gar kein Kunstwerk mehr. Das Gebäude selbst ist schon eines. 😉

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Samstag in Chongqing

In Chongqing muss man nicht immer nach irgendwelchen Sehenswürdigkeiten suchen. Manchmal reicht es völlig, einfach herumzulaufen und den Samstag machen zu lassen. 😉

Die einen sitzen vor dem Haus und spielen Karten, andere erledigen ihre Einkäufe, wieder andere sind mit Schirm unterwegs. Denn Sonne hat in China nicht unbedingt den besten Ruf. Während bei uns gebräunte Haut nach Urlaub aussieht, möchte man hier lieber möglichst blass bleiben.
Dazwischen werden Waren auf erstaunlich abenteuerliche Weise transportiert. An jeder Ecke gibt es einfach etwas Neues zu entdecken.

Und dann wechseln wir plötzlich von der chinesischen Alltagswelt in die bunte Shoppingwelt. Garfield, jede Menge Figuren und ein Einkaufszentrum, das offenbar beschlossen hat, dass ein bisschen mehr Farbe nie schaden kann.

Besonders schön finden wir aber die kleinen Szenen am Straßenrand.
Ein Mann schiebt seine Körbe durch die Stadt, jemand bringt Papier zum Recycling und irgendwo werden Erdbeeren verkauft. Nichts davon ist eine Sehenswürdigkeit und dennoch beeindruckt es.

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Jiefangbei Pedestrian Street

Und irgendwann landen wir in der Fußgängerzone Jiefangbei Pedestrian Street. Sie ist das historische Herz der Stadt und umgeben von modernen Wolkenkratzern und luxuriösen Kaufhäusern.

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Wir sind auf der Suche nach einem Café. Das finden wir schließlich in der oberen Etage eines Luxus-Shoppingcenters.
Während wir also unseren vollkommen überteuerten, aber durchaus leckeren Cappuccino schlürfen, schauen wir hinunter auf das Treiben auf der belebten Promenade. Und dann entdecken wir dort tatsächlich eine Kaffeemesse. Ausgerechnet hier!
Na toll! Das hätten wir auch deutlich preiswerter haben können 😉

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Auch hier in der Jiefangbei Pedestrian Street lassen wir einfach alles auf uns wirken. An fast jedem Stand gibt es etwas zu probieren oder zu verkosten – und natürlich können wir da nicht einfach vorbeigehen. 😉

Schön finden wir auch, dass hier so unglaublich viele Menschen unterwegs sind.
Chongqing ist schließlich keine kleine Stadt, ganz im Gegenteil. Und trotzdem sind wir Langnasen offenbar noch immer etwas Besonderes. Vor allem Rainer fällt mit seiner Größe auf. Immer wieder werden wir gefragt, ob man ein Foto mit ihm machen darf. Na klar! Wenn wir schon mal hier sind, können wir schließlich auch ein bisschen zur chinesischen Fotosammlung beitragen. 😄

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Was für eine verrückte Welt!
Irgendwie ist hier alles ein bisschen anders. Wieder einmal habe ich das in China nicht erwartet.
Und tierlieb sind sie offensichtlich auch. Kaum entdecken sie irgendwo einen Vierbeiner, wird gestreichelt, fotografiert und sich gefreut. Auch die kreativen Transportvarianten sind der Knaller. So etwas habe ich so tatsächlich noch nie gesehen. Vorher sah ich ein Hündchen, der in einem Rucksack saß und durch eine Art Bullauge geschaut hat. Leider gibt es davon kein Foto.

Chongqing,China2026,born4travel.de
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Am hypermodernen Apple Store machen wir dann noch einen letzten Stopp.
Insgeheim hatten wir ja gehofft, dass man hier in China beim Kauf eines Apple-Gerätes vielleicht ein kleines Schnäppchen machen kann. Schließlich sind wir doch irgendwie direkt an der Quelle.
Aber nein! Das Gegenteil ist der Fall. Rainer bräuchte ein neues Armband für seine Watch. Aber die Preise sind hier sogar einen deutlichen Zacken höher als bei uns.
Dann wird es wohl nix mit dem Schnäppchen in China 😉

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Ein Wahnsinns-Schnäppchen dagegen machen wir bei HARMAY, einer chinesischen Beauty-Kette, ein bisschen nach dem Vorbild von Sephora. Die Shops sehen aus wie ein stylisches Lagerhaus im Industrial-Look und sind vollgepackt mit internationalen Marken. Darunter auch einige, die man bei uns nicht unbedingt an jeder Ecke findet.
Das eigentlich Erstaunliche sind aber die Preise. Viele Produkte gibt es hier für die Hälfte, teilweise sogar für ein Drittel dessen, was wir dafür bei uns bezahlen würden. Und nein, es sind keine Fake-Produkte. Alles ist original.
HARMAY startete bereits 2008 als Online-Kosmetikshop, 2017 kam dann das erste stationäre Geschäft in Shanghai dazu.

Anfangs kann ich das alles nicht so recht glauben und muss erst einmal im Internet recherchieren. Na ja, meine Voreingenommenheit kommt mal wieder durch. 😉 Aber nachdem ich überzeugt bin, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht, gibt es für mich kein Halten mehr.
Und tatsächlich wandert das eine oder andere Produkt in unsere Einkaufstasche. Selbst Rainer wird fündig. Das will schon etwas heißen. Bei ihm kommt normalerweise nur etwas von dm an die Haut. 😉

Harmay Chongqing,China2026,born4travel.de

Hach, am liebsten würde ich noch viel länger hierbleiben. 😉
Es gibt einfach so viel zu entdecken, und das geniale Wetter heute tut sein Übriges.
Aber so schön es auch ist, wir müssen langsam wieder zurück. Schließlich wollen wir auf keinen Fall die Drohnenshow verpassen.

Chongqing,China2026,born4travel.de
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Als wir im Hotelzimmer ankommen, erleben wir noch einmal den Blick auf das Herz Chongqings. Die Sonne ist gerade untergegangen und taucht die Stadt in ein wunderschönes Abendlicht.

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Das futuristisch beleuchtete Gebäude ist übrigens das Chongqing Grand Theatre.
Nachts wird die kantige Glasfassade mit wechselnden Farben angestrahlt.

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Und dann haben wir an diesem Abend auch noch richtig Glück. An diesem 18. April findet in Chongqing die große Drohnenshow statt. Während andere sich dafür einen Platz am Fluss suchen müssen, müssen wir dafür nicht einmal das Hotel verlassen. Unser Zimmer im 49. Stock bietet uns einen Logenplatz über den Dächern der Stadt. Bequemer geht es nun wirklich nicht 😉.
Noch bequemer ist der Bringedienst um sich das Essen vom Hotelroboter bringen zu lassen.

Chaotianmen Wholesale Market,Chongqing,China2026,born4travel.de

Direkt über uns, in der 50. Etage, befinden sich noch ein Restaurant und eine Bar.
Eigentlich wäre das der perfekte Ort für einen letzten Abschiedstrunk mit Blick über Chongqing.
Eigentlich… denn der Außenbereich des Rooftop-Restaurants ist leider noch nicht fertig.
Wir könnten zwar drinnen Platz nehmen, aber was bringt uns die 50. Etage, wenn wir nicht nach draußen schauen können? Also verzichten wir schweren Herzens auf den Drink und bleiben lieber in unserem Zimmer mit Aussicht.

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So geht es weiter

Nach fünf Tagen in Chongqing – für uns definitiv eine der aufregendsten Städte dieser Reise – heißt es Abschied nehmen. Unser nächstes Ziel: Xi’an.
Hier wartet eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Chinas auf uns: Die Terrakotta-Armee. Und noch etwas dürfte anders werden. Xi’an ist ein ausgesprochen touristisches Ziel und vermutlich der erste Ort unserer Reise, an dem wir den Eindruck haben werden, nicht mehr ganz so allein unterwegs zu sein. Nach Chongqing wird das sicher eine interessante Erfahrung. 😉